Warum viele Unternehmen noch immer nicht auf die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz vorbereitet sind

Die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz entwickelt sich rasch zu einem der meistdiskutierten Themen im Bereich Personalwesen und Compliance in ganz Europa. Zwar sind sich viele Unternehmen bewusst, dass neue Vorschriften bevorstehen, doch weitaus weniger verstehen die operativen Auswirkungen, die diese Änderungen auf ihr Geschäft haben können, in vollem Umfang.

Für manche Arbeitgeber mag die Richtlinie lediglich als Verpflichtung erscheinen, Gehaltsspannen in Stellenanzeigen anzugeben. In Wirklichkeit reicht die Gesetzgebung jedoch weit darüber hinaus. Sie wirkt sich auf Einstellungsverfahren, interne Vergütungsstrukturen, Berichtspflichten, die Kommunikation mit den Mitarbeitern und die gesamte HR-Strategie aus.

Da die Umsetzungsfrist im Juni 2026 näher rückt, beginnen Unternehmen in ganz Europa zu erkennen, dass die Vorbereitung auf die Lohntransparenz nicht von heute auf morgen zu bewältigen ist.

Was ist die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz?

Die Richtlinie wurde von der Europäischen Union eingeführt, um den Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ zu stärken. Ziel ist es, ungerechtfertigte Lohnunterschiede zu verringern und die Transparenz hinsichtlich der Vergütungspraktiken in Unternehmen zu verbessern.

Nach den neuen Vorschriften erhalten Mitarbeiter und Bewerber besseren Zugang zu gehaltsbezogenen Informationen, während Arbeitgeber strengeren Verpflichtungen hinsichtlich der Berichterstattung über Vergütungen und der Transparenz der Vergütungspraktiken unterliegen.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören: Obwohl jeder EU-Mitgliedstaat die Richtlinie durch nationale Gesetze umsetzen wird, ist die allgemeine Richtung klar: Die Vergütungspraktiken in ganz Europa bewegen sich in Richtung größerer Offenheit und Rechenschaftspflicht.

  • Gehaltstransparenz bei der Personalbeschaffung
  • Einschränkungen bei der Befragung von Bewerbern zur Gehaltshistorie
  • Recht der Mitarbeiter, Informationen über Gehaltsniveaus anzufordern
  • Obligatorische Berichterstattung über das geschlechtsspezifische Lohngefälle für größere Arbeitgeber
  • Anforderungen zur objektiven Begründung von Gehaltsunterschieden

Warum viele Unternehmen noch nicht bereit sind

Trotz der nahenden Fristen sind viele Unternehmen nach wie vor unzureichend vorbereitet. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass Unternehmen die Komplexität der Umsetzung oft unterschätzen.

Gehaltstransparenz betrifft nicht nur die externe Kommunikation. Sie erfordert, dass Unternehmen prüfen, ob ihre internen Vergütungssysteme tatsächlich strukturiert, konsistent und vertretbar sind.

Hier gewinnt ein strukturiertes Gehalts-Benchmarking zunehmend an Bedeutung. Viele Unternehmen haben noch keinen klaren Überblick darüber, ob Mitarbeiter in ähnlichen Funktionen abteilungs- oder länderübergreifend einheitlich vergütet werden. Der Einsatz zuverlässiger Markt-Benchmarks und Funktionsvergleiche hilft Unternehmen dabei, im Vorfeld der neuen Vorschriften transparentere und besser vertretbare Vergütungsrahmen zu schaffen.

In der Praxis haben viele Unternehmen nach wie vor mit folgenden Problemen zu kämpfen: Infolgedessen stellen Unternehmen möglicherweise fest, dass Mitarbeiter, die an verschiedenen Standorten ähnliche Tätigkeiten ausüben, ohne klare Begründung nach völlig unterschiedlichen Vergütungsrahmen behandelt werden.

  • Unklare Gehaltsstrukturen
  • Uneinheitliche Vergütungsentscheidungen zwischen Teams oder Standorten
  • Fehlen standardisierter Stellenbewertungssysteme
  • Begrenzte Dokumentation hinter Vergütungsentscheidungen
  • Fragmentierte HR- und Gehaltsdaten

Transparenz geht über Compliance hinaus

Ein wichtiges Missverständnis ist, dass Vergütungstransparenz rein eine rechtliche oder HR-Angelegenheit ist. In Wirklichkeit wirkt sie sich auch auf die Unternehmenskultur, das Vertrauen der Mitarbeiter und das Employer Branding aus.

Mitarbeiter erwarten zunehmend Offenheit in Bezug auf Vergütung und Karriereentwicklung. Wenn Unternehmen nicht klar erklären können, wie Gehälter festgelegt werden, kann dies intern zu Unsicherheit und Unzufriedenheit führen. Die Richtlinie übt daher zusätzlichen Druck auf Arbeitgeber aus, Vergütungsentscheidungen transparenter und konsistenter zu kommunizieren.

Dies wird besonders heikel, wenn Mitarbeiter beginnen, Gehälter offener zu vergleichen. Wenn Führungskräfte nicht erklären können, warum bestimmte Unterschiede bestehen, können Unternehmen mit folgenden Problemen konfrontiert werden: Für viele Unternehmen schafft Transparenz keine Probleme, sondern deckt bereits bestehende Probleme auf.

  • Zunehmende Unzufriedenheit der Mitarbeiter
  • Geschwächtes Vertrauen in die Führung
  • Höheres Fluktuationsrisiko
  • Reputationsschaden
  • Mögliche Rechtsstreitigkeiten

Auch die Einstellungsverfahren werden sich ändern

Eine der sichtbarsten Auswirkungen der Richtlinie wird im Bereich der Personalbeschaffung und -einstellung zu spüren sein.

In vielen EU-Ländern wird es Arbeitgebern künftig nicht mehr gestattet sein, Bewerber nach ihrem bisherigen Gehaltsniveau zu fragen. Stattdessen müssen Unternehmen ihre Vergütungserwartungen während des Einstellungsprozesses proaktiver kommunizieren. Das bedeutet, dass Unternehmen strukturierter vorgehen und selbstbewusster mit der externen Darstellung ihrer Gehälter umgehen müssen.

Für Unternehmen, die sich in der Vergangenheit stark auf verhandlungsbasierte Vergütungen verlassen haben, kann dies eine erhebliche Umstellung in der Denkweise erfordern. Personalvermittler und Einstellungsmanager benötigen klarere Rahmenbedingungen und eine stärkere Abstimmung mit den HR- und Führungsteams.

Gleichzeitig können transparente Einstellungsverfahren auch Vorteile mit sich bringen. Bewerber legen zunehmend Wert auf Offenheit in Bezug auf Vergütung, Sozialleistungen und Karrieremöglichkeiten. Unternehmen, die klar kommunizieren, können ihre Arbeitgebermarke stärken und das Vertrauen der Bewerber verbessern, insbesondere auf umkämpften Arbeitsmärkten.

Die operative Herausforderung hinter der Lohntransparenz

Die Vorbereitung auf die Richtlinie erfordert oft viel mehr operative Arbeit, als Unternehmen zunächst erwarten. Organisationen müssen möglicherweise: Für internationale Unternehmen kann diese Koordination schnell komplex werden. Personal-, Lohnbuchhaltungs-, Finanz-, Rechts- und Managementteams spielen oft alle eine Rolle bei der Umsetzung.

  • Interne Lohnprüfungen durchführen
  • Bestehende Gehaltsstrukturen überprüfen
  • Personal- und Lohnbuchhaltungssysteme aufeinander abstimmen
  • Standardisierte Stellenrahmen schaffen
  • Die Dokumentation der Vergütung verbessern
  • Einstellungsrichtlinien und -prozesse aktualisieren

Dies ist besonders relevant für Unternehmen, die international über Employer of Record (EOR) oder globale Lohnabrechnungslösungen rekrutieren. Grenzüberschreitende Beschäftigungsstrukturen können zusätzliche Komplexität hinsichtlich lokaler Marktbenchmarks, gesetzlicher Anforderungen und Berichtspflichten zur Vergütung mit sich bringen.

Da die Frist 2026 näher rückt, erkennen viele Unternehmen, dass die Vorbereitung sowohl strategische Planung als auch operative Umsetzung erfordert.

Wie kann Parakar dabei helfen?

Durch Gehalts- und Funktionsbenchmarking hilft Parakar Unternehmen, einen besseren Einblick in wettbewerbsfähige Gehaltsniveaus, die Funktionsausrichtung und die Konsistenz der Vergütung auf internationalen Märkten zu gewinnen. Dies unterstützt Unternehmen beim Aufbau transparenterer und strukturierterer Vergütungsrahmen, die im Einklang mit der bevorstehenden Richtlinie stehen. Parakar unterstützt internationale Arbeitgeber mit: Unsere lokalen Experten helfen Unternehmen, länderspezifische Beschäftigungspflichten besser zu verstehen und gleichzeitig strukturiertere und skalierbare HR-Prozesse zu schaffen.

  • Internationale HR-Unterstützung
  • Globales Gehaltsabrechnungsmanagement
  • Einhaltung lokaler Arbeitsrechtsvorschriften
  • Erkenntnisse aus Gehaltsbenchmarking
  • Unterstützung für grenzüberschreitende Belegschaften

Anstatt in letzter Minute auf die Gesetzgebung zu reagieren, sind Unternehmen, die sich proaktiv vorbereiten, in Zukunft in einer deutlich stärkeren Position.

Our network

Your ideal
global partner

For our talent, being able to be globally mobile and to work for any employer from anywhere around the globe is key.

Working remote

Working remote in Poland, thanks!

helping France

Thanks for helping me out in France!

You’re welcome, we’re Parakar

Büro Niederlande +31 85 2010 004
Büro Deutschland +49 3222 109 47 14
Büro Irland +353 15 137 854
Büro Belgien +32 2 592 0540
Büro Frankreich +33 18 48 89 879
Büro Spanien +34 932 201 410
Büro UK +44 2036 0862 58
Büro Italien +39 0282 944 661
Büro Portugal +351 305510191
Büro Polen +48 221031254